|
Seit 23 Jahren lebt
Joanna Klakla, gebürtige
Polin, in Krakau
ausgebildet, in
Überlin-gen am Bodensee.
Zeitweilig hat sie in
Afrika gelebt und die
Kulturzeugnisse von dort
haben sich auch in ihre
eigene Arbeitsweise
hinein gewebt. Sie
verwendet z.B.
unterschiedliche Papiere
und archaische Muster,
die man dort auf Kacheln
findet. In mehreren
Druckvorgängen
bewerkstelligt sie
zurückhaltende
pastellfarbige
Untergrundgestaltungen,
die von monumental
wirkenden Formen
überlagert werden.
Die Mystik, d.h. die
Rätselhaftigkeit und
heilsame Spiritualität
von Pflanzen verwandelt
sie als Malerei auf
diese gedruckten
Untergründe. Oder sie
montiert auf antiken
Notenblättern vorher
bemalte Stücke auf
collageartige Weise.
Auch kalligraphische
Schriften finden auf den
Bildern ihren Platz.
Die Verwandlungen und
Metamorphosen machen aus
diesen Motivfigurationen
als Pflanze, Mensch oder
Tier Sinn. Eine große
Ausdruckskraft spricht
zum Betrachter, der wie
im Märchen sein
Empfinden zum
Dargestellten wahrnehmen
kann. So weisen diese
Bilder über die
Schönheit und das
Dekorative als tiefe
Berührung hinaus in
kollektives
Seelenwissen.
Bei der seit 2011 in
Deutschland lebenden
Ukrainerin Margaryta
Miskevych, die auf der
Krim geboren wurde, geht
die Post nach Studien in
Charkiv, Mainz und
Karlsruhe auf andere
Weise ab: Sie malt mit
Öl, verdünnt die Farbe
teilweise, um lasierte
Effekte zu erzie-len.
Sie arbeitet auf
Leinwand zum Teil auf
Riesenformaten von 160 x
200 cm, aber auch
handlich klein. Die Art,
wie die Malerei
daherkommt, zeigt
einfache
Lebenssituationen und
Dinge, die halt da sind.
Sie bewertet das
Dargestellte nicht,
sondern erbringt in fast
kindli-cher Manier
Zeitdokumente ganz
banaler Situationen.
Das Bildnerische spielt
sich in angedeuteten,
aber auch realen
Figurationen ab, die
aber oft durch
energischen Pinselstrich
verwischt und damit ins
Verborgene befördert
wer-den. Einzig das Bild
im Foyer nach einem
Original vom russischen
Maler Ilja Repin lässt
das ursprüngliche
Anliegen des
Dargestellten erkennen.
Repin hat mit Tolstoi
gegen die Todesstrafe in
Russland gekämpft und
die Kosaken aus
Saporischschja schreiben
an den türkischen Sultan
einen Protestbrief.
Berührend sind die
Bilder durch ihre
Neutralität doch, denn
die zugrunde liegenden
Sachverhalte betreffen
jeden Zeitgenossen.
Text: Anita
Frei-Krämer |